Gelebte und erlebte Schulpartnerschaft
Hauptaspekte der Zusammenarbeit zwischen der Gesamtschule Duisburg-Ruhrort 
und dem
Jan van Brabant College in Helmond
 

 

Offenheit, Verständnis, Akzeptanz und Toleranz untereinander und Fremden gegenüber sind die wesentlichen Erziehungsziele, die die Gesamtschule Duisburg-Ruhrort und das Jan van Brabant College in Helmond seit einer Reihe von Jahren gemeinsam  auf vielfältige Weise zu erreichen bestrebt sind. Die beiden Schulen geben ihren Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit über die eigene Stadt, das eigene Land, über die Grenze hinaus Einblick in Lebens- und Arbeitsweisen Gleichaltriger im Nachbarland zu nehmen und in der originalen Begegnung Schritte in das zusammenwachsende Europa zu tun.

Die Schulpartnerschaft besteht seit dem Schuljahr 1999/2000 und hat sich seither in unterschiedlichen Bereichen dargestellt und vertieft. Schulleitungen und KollegInnen treffen sich regelmäßig um Absprachen über die weitere Arbeit zu treffen, feste Ansprechpartner für die verschiedenen Teilbereiche sichern die Kontinuität der Arbeit.

Klassen bzw. Schülergruppen beider Schulen treffen sich in beiden Städten um gemeinsam künstlerisch zu arbeiten, ihre Werke auszustellen und zu reflektieren, um sportliche Wettkämpfe auszutragen, um den Sprachentag und ein E-Mail-Projekt vor- und nachzubereiten, um das Lebensumfeld in Schule, Stadtteil und Stadt näher kennen zu lernen. Die gemeinsame Arbeit ist geprägt durch ihre Kontinuität und die ständige Erweiterung der Arbeitsbereiche. Auf diese Weise ist es möglich immer mehr Schülerinnen und Schüler in die Arbeit einzubeziehen und für alle Partnerschaft über die Grenzen hinweg selbstverständlich werden zu lassen.

   >> Projektbeschreibung 07/08, Kunst/Textilgestaltung

Inhaltlicher Bericht zum Schulpartnerschaftsprojekt 2006/2007 zwischen der Gesamtschule Ruhrort in Duisburg / D  und dem Jan van Brabant College in Helmond / NL

Projektthema: Fächerübergreifend-Grenzüberschreitend - Gelebte und erlebte Schulpartnerschaft

Das im Antrag für 2006/07 beschriebene Programm wurde der Beschreibung entsprechend auch durchgeführt. Die verschiedenen Aktivitäten, die in den Schulprogrammen beider Schulen seit Jahren verankert sind, sind auf den Homepages beider Schulen: 
www.gesamtschule-ruhrort.de
/ www.janvanbrabant.nl 
dokumentiert.

Es fand am 26.9.06 der alljährlich begangene Sprachentag statt, an dem sich je eine Klasse beider Schulen zu einem Projekttag in Helmond trafen. Zu diesem Termin war auch die Textil/Kunstausstellung beider Schulen „Die vier Jahreszeiten“ aus dem Schuljahr 2005/06 noch im Jan van Brabant College zu sehen. 

Die beiden am Sprachentag beteiligten Klassen waren über das Schuljahr in einem E-Mail Projekt verbunden und lernten sich und ihre Umgebung in Briefen näher kennen. Zur Halbzeit dieses E-Mail Projektes gab es ein Treffen am 28.2.07 in Duisburg, das die Motivation zur Fortführung des Projektes verstärkte. Sprache der E-Mails als auch allgemeine Verständigungssprache ist in der Regel Englisch. Die Schülerinnen und Schüler haben nach Abschluss des „offiziellen“ E-Mail Projektes natürlich die Möglichkeit diesen Kontakt weiter zu pflegen, was in vorhergehenden Jahren auch durchaus geschehen ist.
Am 22.11.06 fand der gemeinsame Kunsttag zum Thema „Stadt und Land“ in Helmond statt. Die Schülerinnen und Schüler je einer Klasse beider Schulen erarbeiteten in niederländisch-deutscher Partnerarbeit unter Anleitung von Kolleginnen und Kollegen der Fächer Kunst und Textilgestaltung Collagen zum Thema „Stadt und Land“. Einige dieser Collagen  waren auch auf der gemeinsamen Ausstellung im Frühjahr 2007 in der Stadtteilbibliothek in Du-Ruhrort zu sehen.
Mehrere Kunstklassen des Jan van Brabant Colleges und die Textilklassen der Gesamtschule Ruhrort arbeiteten über das Schuljahr 06/07 zum Thema „Stadt und Land“. Die Ergebnisse dieser Arbeit waren wieder in einer Ausstellung in der Stadtteilbücherei in Duisburg-Ruhrort zu sehen und werden im Herbst noch einmal in Helmond gezeigt.  Ingesamt erhielten über 140 Schülerinnen und Schüler beider Schulen eine Urkunde für die Teilnahme an der Ausstellung, wobei viele der Schülerinnen und Schüler mit mehreren Werken vertreten waren.

Die Eröffnung dieser Ausstellung fand am 20.4.07 unter Teilname je einer Klasse der beiden Partnerschulen und einer  SchülerInnenauswahl aus weiteren beteiligten Textilklassen statt. Das Rahmenprogramm wurde durch die Schulband der Gesamtschule Ruhrort mit gestaltet. Lokalpolitiker, Bürger des Stadtteils und Eltern kamen zur  der Eröffnung der Ausstellung. 

Für die beiden beteiligten Klassen fand eine sprachliche Vorbereitung statt (dreisprachiges Vokabelblatt - abgestimmt auf die Ausstellung), so dass der Austausch zu den Ausstellungsobjekten erleichtert wurde. Eine Rallye durch die Ausstellung erhöhte den Reiz der Auseinandersetzung und erweiterte so auch wieder die Sprachkompetenz aller Beteiligten.

Insgesamt 4 Klassen (je zwei beider Schulen) absolvierten in der Wanderwoche am 24.5.07 ein gemeinsames Programm. Dabei wurde nicht nur in Kleingruppen der Stadtteil erkundet sondern bei einem gemeinsamen Zoobesuch wurden auch Arbeitsaufträge aus dem Bereich der Kunst bearbeitet, die zum einen genaue Beobachtung - zum anderen sprachliche Auseinandersetzung zwischen den Schülern beider Schulen erforderten. 
Auch an diesem Tag wurden Adressen ausgetauscht und Grundsteine für weiterführende Kontakte geknüpft.

 

Bei fast allen Begegnungen von Schülerinnen und Schülern beider Schulen ist Sport ein Programmpunkt des Tages, da wir die Erfahrung gemacht haben, dass sportliche Auseinandersetzungen Offenheit, Verständnis, Toleranz und Fairness in hohem Maße fördern können.

 

Beim Planungstreffen der beteiligten Kolleginnen und Kollegen beider Schulen am 5.3.07 in Helmond wurde das Jahresprogramm noch einmal kritisch analysiert und auf Stärken und Schwächen hinterfragt. Zugleich wurden die Eckpunkte für die neue Antragstellung für das Schuljahr 07/08 bei der European Platform besprochen. Der Antrag lag der Plattform zum 1.5.07 vor.

Beim Evaluationstreffen am 11.6. in Helmond wurde Rückblick  auf das Programm des gesamten Schuljahres gehalten und die Aufteilung der genehmigten Gelder abschließend geregelt.

Beide Schulen sind an der Weiterführung und dem Ausbau ihrer Zusammenarbeit sehr interessiert sind. Unterschiedliche Ferientermine in beiden Ländern und zentrale Abschlussprüfungen in NRW können Einfluss auf zeitliche Entscheidungen haben, doch stellen sie die inhaltliche Arbeit nicht in Frage. 

Die Zusammenarbeit beider Schulen hat zudem auch Eingang in ein Comenius Projekt gefunden, das nach dreijähriger erfolgreicher Arbeit sein Abschlusstreffen mit einer Ausstellung im Binnenschifffahrtsmuseum in Duisburg-Ruhrort krönte. 

Diese Fakten machen deutlich, dass diese Schulpartnerschaft lebendig und in ständigem Wachstum ist - zum Wohle aller Beteiligten - grenzüberschreitend!

Duisburg, im Juni 2007, Margret Lübbert


>> Inhaltlicher Bericht zum Schulpartnerschaftsprojekt 2006/2007

Projektbeschreibung für das Schuljahr 2007/08: Bereich Kunst/Textilgestaltung

Ausstellung und zugehörige Veranstaltungen

Wie in den Vorjahren arbeiten etliche Kunst- und Textilgestaltungsklassen beider Schulen an einem gemeinsamen Thema: „Freizeit – Sport und Spiel“. Ausgewählte Arbeiten werden in einer gemeinsamen Ausstellung im Frühjahr 2008 in der Stadtteilbücherei in Duisburg-Ruhrort (also im Wohnumfeld der deutschen Partnerschule) gezeigt werden. Sie werden damit nicht nur der Schulgemeinde sondern einer breiten Öffentlichkeit im Stadtteil zugänglich gemacht. Die Ausstellung wird nach den Sommerferien 2008 ebenfalls wieder im Foyer des Jan van Brabant Colleges in Helmond für die Öffentlichkeit gezeigt werden.

Die Ausstellung 2008 wird die 8. gemeinsame Ausstellung sein. Eltern, Büchereibesucher, Bewohner des Stadtteiles und örtliche Presse verfolgen mit Interesse die immer wieder neuen Themen, die gemeinsam erarbeitet werden. Themen vorausgegangener Ausstellungen waren z.B.: „Der Mensch“, „Tierische Textilien und Tiere in der Kunst“, „Die vier Elemente“, „Die vier Jahreszeiten“, „Fantasiewelten“, „Stadt und Land“.

Zur Ausstellungseröffnung oder während der Ausstellungszeit in Duisburg wird eine beteiligte Klasse aus Helmond die Partnerschule besuchen und einen Arbeitstag mit einer Schülerauswahl aus den beteiligten Textilklassen bzw. einer Textilklasse verbringen. Im Mittelpunkt stehen der gemeinsame Besuch der Ausstellung und die Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Objekten und den textilen und künstlerischen  Techniken. Eine Rallye durch die Ausstellung hält zum genauen Betrachten der Ausstellungsobjekte an.  Vor Besuch der Ausstellung werden in Arbeitsgruppen dreisprachige (Niederländisch/Englisch/Deutsch) Vokabellisten passend zu den gezeigten Exponaten und Techniken erarbeitet. Die gemeinsame Arbeitssprache dieser und aller anderen Begegnungen ist in der Regel Englisch. Der konkrete Gebrauch von Englisch als lingua franca und zugleich als Fachsprache für die unterrichtlichen Vorhaben hat hohe Motivationskraft und führt zu einer erheblichen Erweiterung der Sprachkompetenz bei allen teilnehmenden Schülerinnen und Schülern.

Gemeinsamer Kunsttag

Im Herbst 2007 wird  in Duisburg wieder der gemeinsame Kunsttag stattfinden. Dieser Kunsttag findet im jährlichen Wechsel in den beiden Partnerschulen statt. Daran ist je eine Klasse beider Schulen beteiligt. Die Arbeitsaufträge am Kunsttag werden immer in Partnerarbeit (deutsch-niederländisch) bearbeitet, da auf diese Art die Kommunikation weiter erhöht wird. Die Arbeitsergebnisse werden entweder in separaten kleinen Ausstellungen in den beiden Schulen gezeigt oder gehen mit in die oben erwähnte gemeinsame Kunst-Textilausstellung ein. 

Bereich Wanderwoche/Projektwoche

Im Frühjahr 2008 soll wieder ein Projekttag für  je zwei Klassen beider Schulen im Rahmen der Wander-/Projektwoche  in Duisburg stattfinden. Dieser Projekttag wird ein Kennenlernprogramm der Schulumgebung, ein Sport- und Spielprogramm und einen gemeinsamen Besuch im Duisburger Zoo beinhalten. Dort werden Arbeitsaufträge aus den Bereichen Biologie und Kunst gemeinsam bearbeitet werden.

Bereich Sprachentag /E-mail Projekt

Im September 2007 treffen sich je eine Klasse beider Schulen in Helmond und absolvieren ein Kennenlern- und Sportprogramm. Dabei werden erste Kontakte für das E-Mail Projekt geknüpft, das die beiden Klassen im Laufe des Schuljahres 07/08 verbinden wird. In den Mails können die SchülerInnen in durch den Unterricht gelenkter Form Details über die Lebens- und Familiensituation, über Schule und Freizeit austauschen und sich auf diese Weise besser kennen lernen. Zum Abschluss dieses Projektes soll zum Schuljahresende der Gegenbesuch in Duisburg erfolgen. Das E-mail Projekt ist so angelegt, dass nach Abschluss am Schuljahresende Schülerinnen und Schüler ohne schulische Aufgabenstellung und Intervention den Kontakt zum niederländischen Partner /Partnerin privat weiterführen und ausbauen können.

OberstufenschülerInnen, die Kontakte Jahre über die erste Begegnung hinaus gepflegt haben, erhalten u. U. die Möglichkeit zu einem Treffen ihrer PartnerInnen am Sprachentag oder Abschlusstag des E-Mail Projektes.

Planungstreffen

Um das Programm in dieser bzw. erweiterter Form durchführen zu können, sind pro Schuljahr zwei Planungs- und Evaluationstreffen der Schulleitungen bzw. der an den Schulen arbeitenden Kommissionen und ein reger Austausch von Planungs-Mails, Telefonaten, Faxen unerlässlich. Ein Treffen im Frühjahr dient der Begleitung des laufenden Programms und der gemeinsamen Planung für das folgende Schuljahr vor Einreichung des gemeinsamen Antrages bei der European Platform.

Das Treffen zum Schuljahresende dient der kritischen Reflexion und Evaluation der Arbeit des abgelaufenen Schuljahres und der eventuell notwendigen Abänderung einzelner Programmpunkte zwecks Optimierung des Programms für das neue Schuljahr.

Da die Zusammenarbeit seit Jahren in guter und vertrauensvoller Weise erfolgt, wird auch die Verwaltung der hoffentlich bewilligten Gelder  - wie das letzte Schuljahr gezeigt hat - keine Schwierigkeiten bereiten, wobei die Verwaltung der Gelder auch in diesem Schuljahr bei der Schulleiterin der federführenden Schule in Deutschland und der zuständigen Kollegin für die Schulpartnerschaft liegen wird.

Dokumentation

Die verschiedenen aufgezeigten Aktivitäten sind im Schulprogramm beider Schulen fest verankert und werden auf den Homepages jeweils aktuell dokumentiert.  Arbeiten des letzten Schuljahres sind auch auf der Website der European Platform als good practice Beispiele zu finden.

Ausblick

Nicht nur im Schulprogramm - vor allem in den Köpfen der KollegInnen und SchülerInnen ist diese Schulpartnerschaft fest verankert. Jüngere Jahrgänge erwarten voller Interesse, wann sie endlich auch an einer Begegnung mit einer Partnerklasse teilnehmen können.

Die räumliche Nähe begünstigt gemeinsame Unternehmungen, Erkundungen, Projekte, da keine Übernachtungsmöglichkeiten gefunden werden müssen sondern die unterschiedlichen Programme als Tagesprogramme incl. Hin- und Rückfahrt bewältigt werden können.

Es gibt Überlegungen geschichtliche Aspekte in das Programm der   fächerübergreifenden und grenzüberschreitenden Arbeit der beiden Schulen aufzunehmen. 

Gute Kenntnisse der Partner und ihrer Lebensbedingungen mögen in Zukunft Auswirkungen auf die Auswahl von Praktikums-, Ausbildung- und Arbeitsplätzen haben und damit einen konkreten Beitrag zur Völkerverständigung leisten.

Duisburg, im April 2007, Margret Lübbert


last update: 12.06.2007   © ka